Tuesday, July 8, 2008

Pi mal Daumen

Wissenschaftler der TU Daumstadt haben nun eine sensationelle Entdeckung bekannt gegeben: Die in Deutschland weitläufig verwendete Faustregel Pi mal Daumen sei laut einer umfangreichen Studie ungenau und müsse daher ersetzt werden. Die neue Formel liefern die Wissenschaftler gleich mit: Pi halbe mal beide Daumen. Die Folgen dürften weitreichend sein: Die Deutsche Bahn hat bereits angekündigt, zeitnah auf das neue System umzustellen.

Daumstadt (dpa) - Ob Entfernungen, Zutaten für Rezepte, der Fahrplan der Deutschen Bahn oder die Notwendigkeit einer Invasion des Irak: vieles wird heutzutage mit der Faustregel Pi mal Daumen berechnet bzw. abgewägt -- und ist laut einer kürzlich veröffentlichten Studie der TU Daumstadt schlichtweg zu ungenau.

Prof. T. Humb, Leiter der besagten Studie und
Vorsitzender der neu gegründeten Initiative Daumen 2.0 erklärt dies so: "Die Daumenregel ist prinzipiell nicht falsch, nur die Varianz der Daumen ist das Problem." Genau wie ein Fingerabdruck sei nun mal jeder Daumen verschieden, daher gebe es bei zwei Personen, die die Regel anwenden, auch immer zwei verschiedene Ergebnisse. "Unsere Studie hat nun ergeben, dass der Durchschnitt aller Daumen mal Pi das exakte Ergebnis eines gesuchten Problems liefert".

T. Humb erläutert weiter: "Natürlich hat ein einzelner Mensch nicht alle Daumen der Menschheit zur Verfügung, um eine Berechnung durchzuführen -- aber immerhin zwei." Daher schlägt er folgendes vor: "Pi halbe mal beide Daumen liefert bereits ein signifikant besseres Ergebnis als die konventionelle Methode".

Laut T. Humb kann der amtierende US-Präsident George W. Bush froh sein, dass man diese Entdeckung nicht bereits vor 8 Jahren gemacht hat: "Wir haben die umstrittenen Ergebnisse bei der Präsidentschaftswahl 2000 in Florida mit Pi halbe mal beide Daumen nochmals nachgerechnet -- und eindeutig Al Gore als Gewinner ermittelt"

Bereits wenige Minuten nach der Veröffentlichung dieses Ergebnisses gab es bereits erste Reaktionen. Die BILD-Zeitung verkündete, dass man die genannten Ergebnisse für kompletten Unsinn halte und weiterhin mit der bewährten alten Regel Pi mal Daumen recherchieren werde.

Ganz anders reagierte die Deutsche Bahn: Ein Pressesprecher liess verlauten, dass man die geplanten Investitionen in Höhe von EUR 9.95, die ab dem ersten August die Probleme bei der Genauigkeit der Fahrpläne erheblich verbessern sollten, nun doch nicht tätigen werde: "Wir werden so schnell wie möglich von Pi mal Daumen auf Pi halbe mal beide Daumen umsteigen und die geplante Grossinvestition zur Verbesserung der Fahrplangenauigkeit stattdessen an unsere Aktionäre weitergeben", so der Sprecher. Man verspreche sich davon enorme Fortschritte. Den Vorschlag, endlich ein IT-gesteuertes System zur Planung der Abfahrtzeiten zu verwenden lehnte der Pressesprecher kategorisch ab: "Dann müssten wir unsere Preise drastisch anheben und es würde sich auch bei einem Benzinpreis von EUR 2.50 noch nicht lohnen, mit der Bahn zu fahren."

Auch ein Namenspate der Daumenregel zeigte sich begeistert: "Ich werde meine Dosis künftig mit der neuen Faustregel berechnen, um nicht mehr erwischt zu werden." Von Jan Ullrich war zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung kein Kommentar verfügbar.

T. Humb is sich sicher, dass die Entdeckung seiner verbesserten Formel enorme Verbesserungen im täglichen Leben bringen wird. "Sogar Tschernobyl hätte mit Daumen 2.0 vermieden werden können." Doch gerade für sicherheitskritsiche Anwendungen arbeitet er mit seinem Team bereits an Daumen 3.0: "Wir sind gerade dabei, den Durchschnittsdaumen der gesamten Menschheit zu berechnen. Diesen werden wir dann mit einem 3D-Drucker verfielfältigen und für knapp EUR 100.000 verkaufen."

Bleibt zu hoffen, dass der Preis mit Daumen 3.0 nochmals neu berechnet und somit auch für die Deutsche Bahn erschwinglich wird.

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